VBL Frauen 04.01.2017: VC Wiesbaden - VfB Suhl LOTTO Thüringen 0:3
VBL Frauen 04.01.2017: VC Wiesbaden - VfB Suhl LOTTO Thüringen 0:3

3:0 Auswärtssieg in Wiesbaden

Neues Jahr – neues Glück! Erstmalig mit Namenssponsor im Teamnamen gelang den Volleyballerinnen vom VfB Suhl LOTTO Thüringen eine faustdicke Überraschung am ersten Spieltag des Jahres – und ausgerechnet beim Tabellenfünften in Wiesbaden, der zuletzt dem Tabellenführer Schwerin die erste Niederlage (3:2) beibrachte, gelang der erste Auswärtssieg der Saison.

Unter den ungünstigen Vorzeichen vor dem Spiel und mit dem klaren 3:0-Endergebnis für Suhl kann man schon von einem sensationellen Sieg sprechen, mussten doch die Südthüringerinnen nicht nur auf Mittelblockerin Veronika Hroncekova (Zahn-OP) verzichten und dafür Angreiferin Katharina Holzer auf der ungewohnten Position einsetzen. Auch die zweite Libera Michelle Petter hatte über den Jahreswechsel mit Verletzung und darüber hinaus einige weitere Spielerinnen mit grippalen Infekten zu kämpfen. Hinzu kam die Statistik, dass Suhl in Wiesbaden zuletzt am 18.12.2010 (!) gewinnen konnte. Doch VfB-Trainer Han Abbing hoffte auf die momentane Außenseiterrolle und den Kampfeswillen seines Teams sowie den Überraschungseffekt. So hatte er durchaus im Vorfeld und nach dem 1:3-Hinspiel in der „Wolfsgrube“ die Möglichkeit gesehen, in Wiesbaden zu punkten, „weil seinem Team das VCW-Team von der Spielanlage her liege“.

So begannen die Spielerinnen um Kapitän Claudia Steger, die insgesamt 15 Punkte sammelte und wieder eine starke Leistung in allen Elementen zeigte, sehr konzentriert. Die VfB-Damen fanden immer besser ins Spiel und bauten ihren Vorsprung aus. Wiesbaden schien vom variantenreichen Angriffsspiel der Gäste überrascht, zumal Mittelblockerin Beth Carey (13 Punkte) ebenso überzeugte wie Außenangreiferin Marrit Jasper, die öfters auch über Hinterfeldangriffe zum Erfolg kam. Mit 25:20 gewann Suhl unerwartet deutlich den ersten Satz.
Auch im zweiten Satz führte Suhl von Beginn an mit einigen Vorsprüngen, aus einer guten Annahme heraus schaffte der VfB eine variantenreiche Angriffspower. Jedoch gab Wiesbaden nie auf, am Satzende agierten die VfB-Damen manchmal etwas überhastet und waren dabei, ihren Vorsprung und den verdienten zweiten Satzgewinn zu verspielen (24:24). Han Abbing gestikulierte des Öfteren am Spielfeldrand, man sollte ruhiger und überlegter den Abschluss suchen, in der aufkommenden höllischen Stimmung in der Wiesbadener Halle ein gut gemeinter Rat. Doch endlich hatte man auch mal das notwendige Quäntchen Glück – vielleicht war es auch das LOTTO-Glückskleeblatt auf dem Trikot – der 26:24-Satzgewinn.
Nach der langen Satzpause hoffte der Tabellenfünfte aus Wiesbaden noch auf die Wende, doch Suhl schaffte es, sein Niveau zunächst konstant fortzusetzen, führte 16:9. Wiesbaden gelang eine starke Aufschlagsserie und auf Suhler Seite flatterten etwas die Nerven. Favorit Wiesbaden kam auf 14:16 heran. Suhl fing sich jetzt allerdings wieder – nicht zuletzt auch durch Katharina Holzer, die auf der ungewohnten Position eine starke Leistung ablieferte. Ebenso gut agierte auch Diagonalangreiferin Tereza Patockova, die von Beginn an und durchgehend in der Startformation eingesetzt wurde. Suhl führte im Satzfinale 23:22 und Zuspielerin Laurianne Delabarre erhöhte mit einer überlegten Finte zum 24:22-Matchball, den der VfB zum 3:0 Spielgewinn nach 77 Minuten vor 1.573 Zuschauern nutzte!

Großer Jubel bei Steger & Co. – der VfB Suhl LOTTO Thüringen konnte sein erstes Saison-Auswärtsspiel gewinnen – unter genannten Umständen in überraschender Höhe. Cheftrainer Han Abbing hat zum Hinrunden-Resümee angedeutet, dass der VfB in der Rückspielserie sicher noch für die eine oder andere positive Überraschung sorgen könnte. Die ist ihm und dem unvorhersehbar dezimierten Team nun wohl schon schneller als erwartet geglückt! Viel Zeit zum Feiern des erfolgreichen Spieltages für Suhl bleibt allerdings nicht, denn die unmittelbare Vorbereitung auf das Samstagsspiel beim neuen Tabellennachbarn in Köpenick wartet (Samstag, 07.01.2017, 19:00 Uhr).

Sports & Travel – MVPs: Marrit Jasper (VfB) und Tanja Großer (VCW)

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