1. Frauen-Volleyball-Bundesliga: VfB Suhl LOTTO Thüringen : Schwarz-Weiß Erfurt (0:3) . Wolfsgrube Suhl . 21.11.2018
1. Frauen-Volleyball-Bundesliga: VfB Suhl LOTTO Thüringen : Schwarz-Weiß Erfurt (0:3) . Wolfsgrube Suhl . 21.11.2018

Derbyfrust statt Derbylust

Dem kalten Mittwochabend zum Trotz – oder gerade deswegen – fanden viele Suhler Fans und einige Erfurter Schlachtenbummler den Weg in die „Wolfsgrube“ und ließen sich das neunte Thüringenderby in der Bundesliga-Historie nicht entgehen.
Im ersten Satz sahen die Zuschauer einen ordentlichen Start von beiden Teams, dann ab 11:12 brachte der VfB trotz guter Annahme keine Bälle mehr in die Erfurter Feldhälfte. Die erste Auszeit von Trainer Mateusz Zarczynski zeigte Wirkung und Suhl kam wieder auf 15:16 heran, um die in schwarz gekleideten Erfurterinnen wieder auf sechs Punkte davonziehen zu lassen (15:21).
So waren es auch sechs Satzbälle für Erfurt, die nach einem weiteren Suhler Dankeball gleich den ersten zu nutzen wußten (25:19).

Auch in den zweiten Satz ging das Suhler Team zu emotionslos, bereits früh (1:4) rief Trainer Zarczynski seine Damen bei der ersten Auszeit zur Vernunft, mit 2 Wechseln kam das Suhler Wolfsrudel besser in Fahrt. Spielerinnen und Fans waren nun emotional auf einer Wellenlänge. Erfurt konnte seinen Dreipunkte-Vorsprung aber verteidigen, da Suhl jetzt in der Annahme patzte, stand es wieder deutlich 11:16 zur 2. technischen Auszeit. Während beide Fanlager stimmungstechnisch im „Derby-Modus“ waren, hatte das Suhler Team emotional weiterhin Nachholbedarf. Nachdem fünf Punkte infolge gelangen, auch unter mithilfe der Schwarz-Weiss-Damen, war es nun endlich ein Derby auf Augenhöhe. Dennoch blieb das VfB-Spiel zu lethargisch. Dann aber passierte wiederum Unerklärliches, aus einem hart erkämpften 18:18 wurde ein 18:25 und 0:2 für Erfurt.

Guter Start der Wölfe zum 4:0 im dritten Durchgang, doch selbst das reichte nicht um Selbstvertrauen und Ruhe ins Spiel zu bringen, zur ersten technischen Auszeit hieß es 6:8 aus Suhler Sicht, der Rückstand weitete sich auf 6:11 aus. Und dann folgte eine Kopie des zweiten Durchgangs. Nachdem Suhl mit guten Aktionen in allen Elementen herankam, folgte eine Phase mehrfachen Punktverlusts. Erneut kam Suhl heran, diesmal auf 15:16, doch schon schlichen sich wieder Ungenauigkeiten und Fehler ein, zudem konnte Erfurt mit dem ersten Tempo über Mitte immer wieder punkten. Kurz vor dem Satzfinish gelang es doch, sich eine Führung zu erspielen. Ein Hin und Her mit einigen Punkten pro Seite brachte Erfurt wieder in Front. Jetzt endlich war Suhl im Derby angekommen und kämpfte sich mit zwei tollen Punkten vorbei. Bei 23:22 unterlief dann im Kollektiv (Trainerteam/Mannschaft/Schreibertisch/Schiedsgericht) ein Wechselfehler, der ausgespielte und für Suhl erkämpfte Punkt wurde den Erfurterinnen letztendlich durch Rotationsfehler gutgeschrieben. Beim 23:23 war dann Erfurt clever genug, die fehlenden zwei Pünktchen zu erspielen.

Letztendlich verdient gewinnt das Team aus der Landeshauptstadt auch in der Höhe in der Suhler „Wolfsgrube“. Dass eine Serie mal reißt, kann passieren. Mit der Art und Weise kann der VfB Suhl LOTTO Thüringen aber keinesfalls zufrieden sein. Das war eines Thüringenderbys nicht würdig.

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