Playoff Viertelfinale (1): Suhl : Schwerin

Playoff Viertelfinale (1) VfB Suhl LOTTO Thüringen 3 - 2 SSC Palmberg Schwerin
17.03.2021 19:00Sporthalle Wolfsgrube Suhl
DM Playoff-Viertelfinale (1) 17.03.2021: VfB Suhl LOTTO Thüringen : SSC Palmberg Schwerin (Wolfsgrube Suhl)

Nervenkrimi geht mit 3:2 an den VfB – Suhl führt 1:0 im Playoff-Viertelfinale

Der VfB Suhl LOTTO Thüringen besiegt in einem denkwürdigen Match den SSC Palmberg Schwerin im ersten Playoff-Viertelfinalspiel mit 3:2 im Tiebreak. Nach einer hitzig geführten Nervenschlacht, von den Trainerbänken über das Schiedsrichtergespann bis hin zu den Hauptakteurinnen, konnte der VfB das bessere Ende für sich verbuchen und führte die „best-of-three“-Serie mit 1:0 an.

In Durchgang eins starteten die Favoritinnen aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem leichten Vorsprung, es hieß 8:5 in der ersten technischen Auszeit. Bei 11:11 war Suhl wieder dran am SSC und als der vermeintliche 14:14-Ausgleich durch Blake Mohler fiel, SSC-Coach Koslowski den Ball aber vor der Bodenberührung aktiv mit dem Fuß spielte, kam es zu hektischen Szenen, erst neben, dann auf dem Feld. Unverständlich, dass der SSC den Punkt gut geschrieben bekam, verständlich, dass VfB-Coach gelb sah. Unverständlich, warum dieser dann plötzlich rot sowie per gelb-rot-Disqualifikation vom Strafstuhl den Rest des Satzes zuschauen musste und Schwerins Trainer, ebenfalls mit wilden Gestikulierungen auf dem Spielfeld, gänzlich unbescholten davon kam.
Nach der langen Pause und dem letztlich festgelegten 13:16-Rückstand aus Suhler Sicht übernahm Co-Trainer Lukasz Marciniak das Coaching und das Wolfsrudel kämpfte sich zurück in die Partie. Letzten Endes hatten die Gäste das glücklichere Ende auf ihrer Seite und gewannen 30:28. Es war trotzdem ein toller erster Satz der LOTTO-Damen.

Satz zwei startete wiederum umkämpft, aber ausgeglichener (7:8). Mit einer starken Phase im Block zog Schwerin auf 15:11 davon. Die Suhlerinnen waren aber im Sideout bärenstark und konnten auch mit ihren Aufschlägen ausreichend Druck erzeugen. Die Wölfe bissen sich nun fest und zogen sowohl mit schön vorgetragenen Angriffen, aber auch durch SSC-Fehler auf 22:20 davon und nutzten den zweiten Satzball zum 25:21 und damit viel umjubelten 1:1-Satzausgleich.

Auch im dritten Satz kämpfen beide Teams verbissen. Nur zwei Punkte trennen Suhl und Schwerin (6:8). Mit starker Annahme und Abwehr gelingt dem VfB aber die Trendwende, zudem spürt man nun die Annahme-Probleme nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Greta Szakmáry (gute Besserung an dieser Stelle). Der VfB enteilt auf 20:15 und macht letztendlich mit 25:17 den Sack endgültig zu. Bereits jetzt ein Wahnsinn, dass die Suhlerinnen verdient mir 2:1 nach Sätzen in Führung gegangen sind.

Der vierte Durchgang schien eine eindeutige Sache zu werden: Hayley Spelman verschaffte dem SSC einen deutlichen Vorsprung. Doch die Wölfinnen blieben weiterhin bissig und schafften es mit fünf Punkten in Folge, den Satz wieder ausgeglichen zu gestalten. Kurz vor dem Satzfinale gabs erneut kuriose Schiedsrichter-Entscheidungen: Nach einem Tipp-Ball war die bärenstarke Elisa Lohmann wohl einen Tick zu spät, doch das Spiel wurde erst fortgesetzt und dann doch noch abgepfiffen – Punkt Schwerin. Beide Seiten waren da aber schon wieder eifrig am Diskutieren, so dass die Emotionen hoch kochten. Der VfB Suhl schien diese erneut unruhige Phase besser zu verkraften und wehrte auch den nächsten Satzball ab. Nach zu lauter Beschwerde von Spelman nach einem sehr engen Ausball (inklusive roter Karte und Strafpunkt) hatte der VfB plötzlich Matchball, bekam aber bei einem wiederum sehr strittigen Ball – der Abwehrversuch von Ágnes Pallag wurde abgepfiffen – ebenfalls rot (Pallag), wodurch der SSC nun wieder Satzball hatte. Die heiße Endphase endete nach einem zweiten Ball von Denise Imoudu wiederum mit 30:28 für Schwerin und es ging in den Tiebreak.

Auch der Entscheidungssatz wurde durch die Unruhe und Emotionalität der vorangegangenen Geschehnisse geprägt. Der VfB nahm aber trotz des vorigen Satzverlustes besser Fahrt auf, wechselte die Seiten bei 8:5 und erhöhte sogar noch um zwei Zähler. Schwerin war aber noch nicht geschlagen und kämpfte sich bis auf 10:11 heran, ehe der VfB wieder davonzog und seinen ersten Matchball mit einem starken Block zum 15:11 und somit 3:2-Gewinn verwandelte. Freude pur natürlich auf Seiten der Gastgeberinnen, die somit noch einmal den Druck auf den Favoriten für das Wochenende erhöhen konnten.

Samstag geht es ab 16:30 Uhr in der Palmberg-Arena Schwerin weiter, ein gegebenenfalls entscheidendes drittes Spiel wäre am Sonntag ab 18 Uhr, ebenfalls in Schwerin, fällig.

Deutsche Meisterschaft Playoffs | Viertelfinale (1) | VfB Suhl LOTTO Thüringen : SSC Palmberg Schwerin | 3:2

Satzergebnisse: 28:30 | 25:21 | 25:17 | 28:30 | 15:11
Wertvollste Spielerin (MVP): Danielle Harbin (Suhl) | Marie Schölzel (Schwerin)
Spielort: Wolfsgrube Suhl

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