Heißes Derby – VfB gewinnt 3:2 in Erfurt

War das ein verrückter Spielverlauf und emotionales Match in der Erfurter Riethsporthalle zum insgesamt 6. Thüringen-Derby im Volleyball-Oberhaus. Zuvor schrieben die Suhler Fans deutsche Volleyballgeschichte, da erstmals ein organisierter Sonderzug zu einem Bundesligaspiel fuhr. Mit der „Süd-Thüringen-Bahn“ ging es für 240 VfB-Fans nach Erfurt-Nord. Zudem kamen nochmals fast 150 Suhler Anhänger per Kleintransporter und PKW zur stimmungvollen Unterstützung. Somit drückte rund ein Drittel der 1.280 Fans dem VfB-Team in der ausverkauften Halle die Daumen.

Gastgeber Schwarz-Weiss Erfurt startete besser ins Spiel und profitierte dabei von vielen Unkonzentriertheiten Suhls, kämpfte stark in der Abwehr und überzeugte im Angriff. Auch der verletzungsbedingte Wechsel auf der Zuspielposition nach Ausfall von Alison Skayhan brachte die Müller-Schützlinge nicht aus dem Konzept. Starke Aufschläge und eine überforderte Suhler Mannschaft mündeten in einen verdienten Erfurter Satzgewinn mit 25:20.

Fast gleiches Bild im zweiten Satz, insbesondere Antonia Stautz servierte starke Aufschläge und sehenswerte Angriffe für die Gastgeber. Trotzdem hätten die Gäste mehr entgegensetzen müssen. Erst spät im Satz gestaltete sich die Partie ausgeglichener. Doch zu viele Suhler Fehler in allen Elementen verhinderten stets eine Führung. Gleich drei Eigenfehler auf VfB-Seite brachte Erfurt beim Stand von 20:20 erneut in Front, die den Satz mit 25:23 zu machten.

Mit einer 2:0-Führung für die Gastgeber ging es in die 10-Minuten-Pause und nur wenige in der Halle glaubten noch an eine Wende im Spiel. Einzig der VfB-Fanclub „Dynamics“ sang immer noch lautstanrk „Suhler geben niemals auf!“ Schwer zu glauben, denn in den bisherigen beiden Sätzen führte LOTTO Suhl kein einziges Mal.

Die Erfurterinnen dominierten zunächst auch im dritten Satz, Suhls ungeordnetes Spiel und die Körpersprache machten wenig Hoffnung – zumal es 19:13 stand. VfB-Coach Han Abbing brachte Lia de Castro und Anna Bajde ins Spiel – beide Einwechselungen sollten sich noch bis zum Ende als entscheidende Glücksgriffe erweisen. Steger & Co. fanden nochmals ihren Kampfgeist. Insbesondere Lia und Libera Mila schafften es, Team und Fans emotional wachzurütteln. LOTTO Suhl kam Punkt für Punkt auf 19:21 heran, aber nicht vorbei, denn beim 23:21 schien das Spiel doch entschieden. Doch plötzlich der 25:23-Satzgewinn für Suhl, den entscheidenden Punkt machte VfB-Zuspielerin Anna Bajde mit einer überraschenden und tollen Finte am Netz.

Erfurt schien geschockt. Suhl spielte im vierten Satz effektiv und steigerte sich gegenüber den drei vergangenen deutlich. Mit großen Punktevorsprüngen ließ der VfB keinen Zweifel am zweiten Satzgewinn aufkommen, der 25:18-Satzerfolg untermauerte den 2:2-Ausgleich.

Jedoch starteten im Tiebreak wiederum die Gastgeber besser, führten zum Seitenwechsel mit 8:6, doch die Abbing-Schützlinge ließen nicht locker und konterten mit drei Punkten in Folge. Bis 11:11 immer wieder Punktausgleich, dann erspielte sich der VfB zwei Punkte Vorsprung und hatte bei 14:12 zwei Matchbälle. Erfurt konnte noch einen abwehren, dann vollendete Claudia Steger mit einem Angriffskracher zum 15:13.

Der VfB Suhl LOTTO Thüringen gewinnt das Thüringen-Derby mit 3:2 Sätzen, bleibt damit auch im 6. Aufeinandertreffen beider Teams ungeschlagen und festigt vorerst den wichtigen 10. Tabellenplatz – jetzt wieder mit 3 Punkten Vorsprung. Nicht nur für die vielen mitgereisten Suhler Fans war es ein wahres Volleyballspektakel und ein denkwürdiger, für den VfB letztlich erfolgreicher Abend.

„Sports&Travel“-MVP: Marrit Jasper (Gold, VfB Suhl LOTTO Thüringen), Michaela Wessely (Silber, SW Erfurt)

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