1. Volleyball-Bundesliga Frauen: Suhl : Wiesbaden (2:3) . 13.11.2019 Wolfsgrube Suhl
1. Volleyball-Bundesliga Frauen: Suhl : Wiesbaden (2:3) . 13.11.2019 Wolfsgrube Suhl

Klare 3:0-Niederlage in Aachen

Tief im Westen sei es besser, viel besser, als man glaubt, singt Herbert Grönemeyer. Doch dies gilt in dieser Saison für die wenigsten Gästeteams der Ladies in Black Aachen, schon gar nicht für den VfB Suhl LOTTO Thüringen am vergangenen Samstagabend. Vor 1170 Zuschauern nahmen die Gastgeberinnen die Partie nach dem Europapokal-Triumph in Schweden nicht auf die leichte Schulter. Zudem startete Suhl pomadig und war im ersten Durchgang in allen Elementen unterlegen. Zur Satzmitte war der erste Abschnitt bereits scheinbar entschieden, denn die Thüringerinnen waren mit bis zu sieben Punkten ins Hintertreffen geraten. Doch durch einige Fehler im Aachener Spiel pirschte sich Suhl auf 16:18 heran. Ärgerlich jedoch, dass kein weiterer eigener Punkt hinzukam und ein enttäuschendes 16:25 aus VfB-Sicht nach nur 21 Minuten zu Buche stand.

Den nächsten Durchgang begannen beide Teams mit einem offeneren Schlagabtausch, doch letztendlich schlug schnell das Pendel wieder Richtung der schwarzen Damen aus Aachen aus. Die Suhlerinnen ließen sich zwar nicht ganz so arg abhängen, wie im ersten Satz, aber drei bis vier Punkte lagen die Spielerinnen um Mareike Hindriksen stets in Front und konnten diesen Vorsprung auch konzentriert zum sicheren 25:20 ins Ziel bringen.

Auch die in Aachen übliche Zehn-Minuten-Pause brachten den Spielerinnen von Trainer Mateusz Zarczynski nicht den entscheidenden Impuls. In der Vorsaison schaffte das VfB-Team nach besagter Pause die Wende und drehte einen 0:2-Rückstand in einen vielumjubelten 3:2-Auswärtserfolg. Auch wenn der VfB mit ähnlichem Personal die Partie bestritt, nach Wende oder Erfolg sah es in Satz drei lange Zeit nicht aus. Im Gegenteil, Aachen dominierte und war mit deutlicher Überlegenheit über die Stationen 8:3 und 15:5 enteilt. Zumindest Moral bewiesen die Südtühringerinnen an jenem Abend. Unter großer Mithilfe der Aachenerinnen, die nun viele Fehler im Angriffsspiel einstreuten, kamen die Zarczynski-Schützlinge Stück für Stück heran. Die für Claudia Steger eingewechselte Anniek Siebring erwischte gute Momente im Angriff und auch die Mittelblockerinnen Karis Watson und McKenzie Jacobson setzten nur mehr Akzente. Plötzlich, zur Verwunderung im Publikum auf Seiten der Gastgeber und auch der mitgereisten Gästefans, zeigte die Anzeigetafel an der Neuköllner Straße den 21:21-Ausgleich an. Der feine Unterschied zwischen Tabellenplatz vier und elf zeigte sich aber nun in der entscheidenden Phase des Satzes. Angeführt von Maja Storck und Mareike Hindriksen, nach der Partie zur MVP gewählt, nahm Aachen sein Herz in die Hand und erarbeitete sich bei 24:21 drei Matchbälle. Suhl dagegen glänzte, wie im ganzen Spiel, wenn etwas Hoffnung aufkeimte, mit einfachen Eigenfehlern zur Unzeit. Letztendlich verdient, machten die Ladies in Black mit 25:22 den Satz zu und konnten ein schnelles, deutliches 3:0 über den VfB Suhl bejubeln.

Bezeichnend die Worte von Aachens Trainerin Saskia van Hintum: „Wir wollten heute mit möglichst kleinem Aufwand die drei Punkte in Aachen halten. Das hat mein Team gut gelöst.“ Weniger erfreulich mal wieder das Fazit von Suhls Trainer Mateusz Zarczynski, der sein Team zwar gegenüber der Stuttgart-Partie verbessert sah, „aber wenn du in solch einem Spiel im Angriff nur mit ein bis zwei Spielerinnen regelmäßig punktest, dann kannst du hier nicht gewinnen“, so sein fast schon resignierender Kommentar. Mal wieder schafften es nicht alle seine Spielerinnen, ihre Normalform abzurufen. Der knappe dritte Satz und das späte Aufbäumen waren somit nur Kosmetik in einer erneut schwachen Partie der selbst ernannten Suhler Wölfe, die zu keiner Zeit wie Jäger, sondern stets wie hastig Gejagte wirkten, auch tief im Westen bei den Damen des PTSV Aachen.

Bevor es im letzten Spiel des Jahres sowie der aktuellen Hinrunde ausgerechnet gegen den Thüringer Rivalen Schwarz-Weiß Erfurt (21.12.2019 in Suhl) geht, wartet diesen Mittwoch noch eine abwechslungsreiche Aufgabe im Pokalhalbfinale. Ab 18:30 Uhr geht es beim Dresdner SC nach aktueller Lage wohl nur darum, sich möglichst teuer zu verkaufen. Die Partie wird im Rahmen der Pokalhalbfinal-Konferenz live im Free-TV bei Sport1 übertragen.

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