Punktgewinn gegen Potsdam

Mit etwas Abstand betrachtet, werden sich die Suhler Spielerinnen dennoch über den Punktgewinn im Duell gegen den Favoriten SC Potsdam freuen. Denn wohl kaum einer in der stimmungsvollen Wolfsgrube hätte gedacht oder geahnt, dass der Pokal-Halbfinalist aus der Sanssouci-Stadt bei einer 2:0-Satzführung und 23:19 im dritten Satz noch in die Verlängerung, ja sogar in den Tiebreak muss. Doch ausgerechnet Suhls Mittelblockerin Beth Carey gelang zu diesem Zeitpunkt eine fulminante Aufschlagserie und wenn Potsdam dennoch zum Angriff kam, landete der Ball entweder im Aus oder im Gastgeber-Block. Mit 25:23 gelang dem VfB nicht nur der erste Satzgewinn, sondern auch eine kleine Wende im Spiel.

Wobei die Abbing-Schützlinge in den ersten beiden Sätzen stets in Führung gingen, diese jedoch nicht lange anhalten sollte, denn Potsdam hatte sich im ersten Satz über die Stationen 8:4 und 16:10 zu den technischen Auszeiten bereits einen komfortablen Vorsprung erspielt, den man dann auch relativ sicher ins Ziel brachte. Aus einer starken ersten Annahme und Feldabwehr heraus gelang es den Carli-Schützlingen immer wieder, im Angriff überzeugend zu punkten. Da konnte die Suhler Annahme/Feldabwehr noch nicht mithalten, zu stark auch der Druck über die Gästeaufschläge. Im zweiten Satz führten die Gastgeber zwar mit 8:6 und 13:12, doch durch eine kleine Schwächephase geriet man wiederum in Hinterhand (13:16). Bei 16:17 gelangen den Gästen erneut 3 Punkte in Folge und der satzentscheidende Vorsprung. Erneut mit 25:21 gelang dem Tabellenfünften und bisher einzigem „Stuttgart-Bezwinger“ die 2:0-Satzführung.

Der dritte Satz brachte schnell eine 8:2-Führung für Potsdam, Suhl kämpfte sich auf 10:12 heran, lag zur zweiten technischen Auszeit noch 13:16 zurück. Als die Südthüringerinnen plötzlich mit 18:17 führten, bebte die „Wolfsgrube“ zum ersten Mal. Doch dann folgte eine etwas unglückliche Phase für die VfB-Damen und Potsdam ging mit 23:19 in Führung, dann ging Beth Carey an den Aufschlag… und die Suhler Fans rockten die Halle zum zweiten Mal.

Im vierten Spielabschnitt ein „Duell auf Augenhöhe“, Suhl führte 8:6, Potsdam 16:15, dann wieder Suhl vorne und nach einer VfB-Punktserie hatte Suhl beim 24:20 erneut Satzball – mit 25:21 den Satzausgleich und einen durchaus überraschenden Punkt bereits „erkämpft“.

Der Tiebreakkrimi war ein Spiegelbild des dritten Satzes. Potsdam führte schnell 4:1 und zum Seitenwechsel mit 8:5 und später 12:9 Punkten. Suhl kämpfte sich bis auf 12:12 heran, hatte beim 13:13 selbst die Chance zum ersten Matchball, musste sich dann aber doch noch mit 13:15 denkbar knapp geschlagen geben.

Beide Teams boten somit ein unterhaltsames Volleyballspektakel vor stimmungsvoller Kulisse und (unter Beobachtung des Frauen-Bundestrainers Felix Koslowski) wurden dafür zu recht mit großem Applaus vom sachkundigen Publikum bedacht. Die „Punkteteilung“ dementsprechend verdient, für Suhl sicherlich auch ein etwas unerwarteter Punkterfolg, der im Kampf um die Playoff-Plätze sehr wichtig sein kann.

„Sports & Travel“-MVP wurden Katharina Holzer (Suhl) und Ljubica Kecman (Potsdam).

Zuschauer: 950

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