Suhler Fanclub in Erfurt: 1. Frauen-Volleyball-Bundesliga: Schwarz-Weiß Erfurt : VfB Suhl LOTTO Thüringen (1:3) . Riethsporthalle Erfurt . 02.02.2019 (Foto: Ulf Greiser)
Suhler Fanclub in Erfurt: 1. Frauen-Volleyball-Bundesliga: Schwarz-Weiß Erfurt : VfB Suhl LOTTO Thüringen (1:3) . Riethsporthalle Erfurt . 02.02.2019 (Foto: Ulf Greiser)

Suhl mit erfolgreicher Revanche in Erfurt

Es war das erwartet spannende Thüringen-Derby in der erstmals in der Saison ausverkauften Erfurter Riethsporthalle. Großen Anteil daran hatten, wie in den Vorjahren, die rund 400 stimmungsvollen VfB-Fans, die mit extra gechartertem und 250 Fahrgästen ausverkauftem Sonderzug der Süd-Thüringen-Bahn sowie per Reisebus und zahlreichen PKWs angereist waren. Schließlich wollte man gemeinsam mit den VfB-Damen Revanche für das missglückte Hinspiel nehmen, als man nach über 14 Jahren erstmals eine Niederlage im Thüringen-Derby hinnehmen musste.

Und so begann das Rückspiel, das auch diesmal vom Institut für Transfusionsmedizin Suhl präsentiert wurde, nach dem Geschmack der Gästefans. Bis zum 20:17 sah alles nach einem souveränen ersten Satzgewinn des Tabellensiebenten aus Südthüringen aus. Doch es schlichen sich einige Eigenfehler ein und Erfurt nutzte die Chancen zur Wende im Satz konsequent. Mit 25:22 Punkten ging der Gastgeber 1:0 in Führung und man sah sich der Konstellation wie im Hinspiel gegenüber.

Jedoch vermochten es die Steger & Co dann im zweiten Spielabschnitt, die Konzentration und das Niveau länger zu halten. Über die Stationen 11:3 und 21:18, als man die großgewachsenen Erfurter Angreiferinnen besser ins Spiel kommen ließ, konnten die VfB-Damen zum Satzende die entscheidenden Punkte liefern und den Satzausgleich beim 25:19 und mit den anwesenden, lautstarken VfB-Anhängern bejubeln.

Nach der 10-Minuten-Pause entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch beider Teams. Meist ging Erfurt in Führung und Suhl legte nach. Kurios wurde es dann, als zwei eklatante Fehlentscheidungen zu einem 22:18-Zwischenstand für die Schwarz-Weißen führten. Statt 20:20 oder gar einer verdienten VfB-Führung mussten sich die Suhlerinnen aufrappeln und mit Unterstützung der Fans zurück ins Spiel kämpfen. Das gelang eindrucksvoll, denn 7 Punkte in Folge waren der Lohn für eine starke kämpferische Endphase und den zweiten Satzgewinn (25:22). Insbesondere überzeugte Libera Sophie Tauchert, die erstmals von Beginn an für die verletzte Rene Sain auflief und mit spektakulären Feldabwehraktionen für nachfolgende Angriffsmöglichkeiten ihrer Angreiferinnen sorgte.

Damit war das Minimalziel erreicht und irgendwie hatte man den Eindruck, der vierte Satz sollte zu einem Spiegelbild des vorhergehenden Spielabschnittes werden. Erfurt erwischte den besseren Start, wirkte konzentrierter und konnte sich einen Vier-Punkte-Vorsprung erarbeiten. Und beim 19:15-Zwischenstand hofften sicherlich auch die rund 900 Erfurter Zuschauer auf einen Tiebreak. Doch dann schlug die „Stunde“ von Claudia Steger an der Aufschlagsposition und McKenzie Jacobson im Block. Steger servierte gefährlich und Jacobson baute eine schier unüberwindliche Mauer auf. Von 16:19 auf 24:19 enteilte der VfB und hatte 5 Matchbälle, von denen Tereza Patockova den dritten Versuch zum 3:1-Spielgewinn im Erfurter Feld versenkte. Und so war es nach dem Spiel öfters zu hören, dass die „Prachtregion“ gegen die „längsten Beine von Erfurt“ gewann.

MVP auf Seiten der Erfurterinnen wurde Tess Rountree und bei Suhl ging die goldene Ehrung an McKenzie Jacobson, die mit insgesamt 15 Punkten und davon 7 Blockpoints erfolgreichste Spielerin (wie auch Anniek Siebring (15)) auf Seiten des VfB war.
Krönung für die Spielerinnen des VfB Suhl LOTTO Thüringen war dann im Anschluss die gemeinsame, stimmungsvolle Rückfahrt mit den Fans im „Sonderzug 2.0“ der Südthüringenbahn (STB), wo die erfolgreiche Revanche für die Hinspielniederlage und drei wichtige Punkte im Playoff-Rennen ausgiebig gefeiert wurden.

Text & Bild: Ulf Greiser

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