Heiko Koch . Geschäftsführer/Manager . VfB Sport und Marketing GmbH (Foto: Anja Hüttner)
Heiko Koch . Geschäftsführer/Manager . VfB Sport und Marketing GmbH (Foto: Anja Hüttner)

>>Wölfe inside<< Neujahrsinterview mit Heiko Koch – Geschäftsführer VfB 91 Suhl

Fast sechs Monate ist Heiko Koch als Geschäftsführer und Manager beim VfB 91 Suhl in seinem neuen Amt in der Südthüringer Stadt am Rennsteig aktiv. Ein Zitat von Winston Churchill: „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird“, beschrieb die Sommerlage in Suhl ziemlich treffend. Mit Koch, so ist sich der Vereinsvorstand sicher, kam die entscheidende Kraft nach Thüringen, damit aus einem Aufstehen auch ein Stehenbleiben werden soll.

>>Wölfe inside<< sprach mit dem neuen Suhler Leitwolf im Weihnachtsinterview über Erreichtes, Sportliches und den geplanten Hallenumbau der „Wolfsgrube“.

Sehr geehrter Herr Koch,

Seit Juli 2016 sind Sie Geschäftsführer des VfB 91 Suhl. Wie schätzen Sie das bisher Erreichte ein?

In Summe bin ich zufrieden, der VfB hat es geschafft, in allen Bereichen wieder an die 1. Liga anzudocken. Große und weitreichende Aufgaben liegen jedoch noch vor uns, die wir alle gemeinsam Schritt für Schritt angehen werden und müssen. Die vorhandene Manpower in der Geschäftsstelle können wir nun intensiv nutzen, um die neue Saison richtig und vor allem zu einem normalen Zeitpunkt vorzubereiten – es geht absolut erfreulicherweise nicht mehr um die Aufarbeitung von vergangenen Spielzeiten, sondern um den Blick und das Tun nach vorne!

Der Fortbestand des Erstligastandortes Suhl mit dem VfB scheint nach außen gesichert. Wie sieht es tatsächlich aus, wo sehen Sie Probleme?

Der Erstligastandort Suhl kann über einen Fortbestand nachdenken. In vielen Gesprächen konnte verlorengegangenes Vertrauen Stück für Stück zurückgewonnen werden. Trotzdem ist im Vergleich zu den Mitbewerbern in der Liga noch vieles nach- und aufzuholen, Potentiale müssen erkannt, angegangen und ausgeschöpft werden. Für mich ist wichtig: Angefangenes muss nun nachhaltig weiterentwickelt werden, um zu wachsen.

Mit der Verpflichtung von Han Abbing ist ihnen im Sommer ein echter Transferknaller gelungen. Wie kam es dazu?

Wir brauchten einen Trainer, da es damals keinen Vertrag mit einem Trainer gab. Verschiedene Personalien wurden beleuchtet und verglichen sowie mehrere Verhandlungen geführt. Mit Han Abbing gab es am Ende jemand, von dem wir glaubten, dass er der richtige für die damalige Situation und den Standort Suhl war. Zudem kannte er das Umfeld und wollte – was am Ende sehr wichtig war – mithelfen, den Verein wieder auf die Füße zu stellen.

Sportlich treten die Suhler Volleyballerinnen meist mit einem neuen Gesicht auf. Allein die Ergebnisse und der Tabellenplatz stimmen nicht. Woran liegt das?

Wir haben unser Team erst sehr spät zusammenstellen können, andere Clubs haben Testspiele und Turniere in der Zeit gespielt, in der wir gerade mal ansatzweise ein Team von 6 Spielerinnen hatten. Dann ist es so, dass wir junge Spielerinnen ohne Bundesligaerfahrung im Kader haben, die natürlich auch erst Schritt für Schritt an das Spielniveau in der Liga herangeführt werden mussten und noch weiter müssen. Potential ist vorhanden und auch das Mannschaftsgefüge passt. Leider gab es zwei bis drei Spiele, wo wir Punkte um Haaresbreite verfehlt haben oder gefühlt dachten, es ist mehr zu holen. Das ist dann jedoch der kleine Unterschied, den wir aktuell hinnehmen mussten. Den verpassten Chancen brauchen wir aber nicht ewig nachtrauern, sondern arbeiten daran, die Ergebnisse in der Rückrunde positiv zu ändern.

Aachen hat erst kürzlich seinen Kader verstärkt. Wird auch der VfB noch mal auf dem Transfermarkt aktiv?

Derzeit haben wir nichts geplant. Wir werden die Entwicklung weiter beobachten und die letzten Monate analysieren.

Was erhoffen Sie sich vom Team in der Rückrunde, was kann der VfB erreichen?

Ich denke wir brauchen mehr Konstanz, zuweilen auch mehr Mut und ganz viel Biss, die Spiele von Beginn an kämpferisch anzunehmen. Wir können über den Kampf unsere Punkte holen, dazu braucht es natürlich einen besonderen Tag – den müssen wir uns schwer erarbeiten – unmöglich ist es jedoch nicht. Des Weiteren denke ich, ist es an der Zeit (Koch lacht), dass wir am Ende vom Satz den Big Point holen können. Das Ziel bleibt aber nach wie vor, kommende Saison 1. Bundesliga zu spielen. Bisher haben wir teilweise gute und sehr gute Leistungen gesehen, die gilt es zu stabilisieren und dann kann das Grundziel Pre-Playoffs ausgegeben werden.

Das heißt in einem Tabellenplatz?

Idealerweise Platz 7 oder 8, das wäre natürlich ein Traum.

Der Hallenumbau in Suhl ist seit Jahren ein wichtiges Thema. Gibt es schon Arbeiten an der Halle und wann soll der Umbau abgeschlossen sein?

Ja, der Hallenumbau ist in der Tat ein wichtiges und ernsthaftes Thema, da wir letztmalig mit einer Ausnahmegenehmigung der VBL spielen. Arbeiten direkt an oder in der Halle finden noch nicht statt. Der Startschuss soll am 6. März 2017 fallen. Die Arbeiten sind dann idealerweise im September abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wollen wir fristgerecht fertig sein. Dazu stehen wir selbstverständlich in engem Kontakt mit dem Planungsbüro, den Architekten und der Stadt Suhl. Vor Ort werden wir uns nach Baubeginn stetig Informationen über Fortschritt und Stand der Arbeiten einholen, und dann der Fertigstellung freudig entgegenblicken.

Inwieweit wirkt sich der Umbau – neben der Erfüllung der Höhenvorgaben durch die VBL – auf den VfB aus?

Mit dem Umbau der Halle kämen wir nicht nur der Höhenvorgabe nach, sondern erfüllten alle Standards der VBL. Ein absolut notwendiges Element zum Erhalt des Standortes Suhl in der Volleyball Bundesliga wäre damit abgeschlossen. Nach diesem wirklich wichtigen und großen  Projekt kann sich der VfB voll und ganz auf den Erhalt konzentrieren und sich auf Maßnahmen fokussieren, die den Verein mittelfristig wieder zu einem festen und seriösen Mitglied in der VBL werden lässt. Dafür bedarf es jedoch auch weiterhin der Unterstützung von Wirtschaftspartnern, der Stadt Suhl und ganz klar der Fans und Zuschauer. Der Verein benötig Planungssicherheit wie jedes andere Unternehmen auch und zwar nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern längerfristig. Der Umbau der Halle ist ein erster großer Schritt in diese Richtung.

Eine letzte Frage, Herr Koch, gibt es als Geschäftsführer und Manager eines Bundesligisten so etwas wie eine Winterpause? Wie sieht die in ihrem Falle aus?

Ja, die gibt es tatsächlich (lacht)! Und die habe ich über die Weihnachtsfeiertage im Kreise meiner Familie begangen, da ging es etwas ruhiger zu. Trotzdem bin ich nicht inaktiv, denn dringende Angelegenheiten des Vereins lassen nicht auf sich warten. Unseren Partnern, den Fans und besonders dem Fanclub sowie allen Freunden des Volleyballs wünsche ich einen guten Start ins Jahr 2017!

Danke für die Zeit, Herr Koch

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