DVV Pokal Achtelfinale: VfB Suhl LOTTO Thüringen : Schwarz Weiß Erfurt (3:1) . Multihalle Meiningen . 11.11.2017 (Foto: Dynamics)
DVV Pokal Achtelfinale: VfB Suhl LOTTO Thüringen : Schwarz Weiß Erfurt (3:1) . Multihalle Meiningen . 11.11.2017 (Foto: Dynamics)

Wölfe mit unglücklichem 1:3 gegen Münster

Beim fünften und letzten Bundesliga-Heimspiel vor dem Jahreswechsel hatten sich die gastgebenden Volleyballerinnen vom VfB Suhl LOTTO Thüringen gegen den Tabellenvierten USC Münster viel vorgenommen. Denn nach dem Derbysieg vom letzten Samstag wollte man die Euphorie mitnehmen und gegen den Favoriten punkten.

Doch dieser Wunsch endete zunächst wie ein „Schneesturm im Wasserglas“, denn die „Unabhängigen“ präsentierten, angeführt von der überragenden Mareike Hindriksen im Zuspiel, ihre athletischen Vorteile im Angriffs- und Blockspiel. Zudem erwischte Ex-Nationalspielerin Lisa Thomsen einen glänzenden Arbeitstag und kratzte zusammen mit ihren Nebenspielerinnen fast jeden Ball vom Parkett der Multihalle in der Theaterstadt und „Q-City“ Meiningen. Folgerichtig gewannen die Gäste den ersten Satz mit 25:15.

Danach kamen die Südthüringerinnen besser ins Spiel und hielten die Partie trotz kleinerer Rückstände immer wieder offen. Selbst durch ein 20:23 ließen sich die kämpferischen VfB-Damen nicht entmutigen und nach der Aufholjagd zum 23:23 war richtig Stimmung unterm Hallendach. Doch die trotz starken Schneefällen in die Multihalle gekommenen rund 700 Volleyballfans sahen am Ende erneut jubelnde Gäste, weil die „Wölfe“ ihre Angriffschancen nicht nutzten und Andie Malloy einen Münsterer-Ausball beim „Ausweichmanöver“ in der Feldabwehr noch touchierte. Schade – da war für die Suhlerinnen der erste mögliche Satzgewinn des Abends verpasst. Mit 24:26 Punkten ging auch der zweite Satz an die Gäste.

Trotzdem gaben DeGeest & Co. nicht auf. Man startete in den dritten Satz furios, führte schnell mit 8:2 Punkten, um dann wieder den „Leistungseinbruch“ mitzuerleben. Oder anders gesagt: Münster legte, angeführt von einer unerwartet starken Lisa Alsmeier, einer souveränen Julia Langgemach und einer dominanten Ivana Vanjak einen Angriffswirbel bis zum 8:9 hin. Doch die Suhlerinnen, bei denen u.a. Klaudia Konieczna Regie führte und Katharina Holzer sowie Ashley Mariani mit erfolgreichen Aktionen glänzten, steckten nicht auf und schafften unter lautstarkem Jubel der Fans den 27:25-Satzgewinn durch einen Mariani-Block.

Jetzt glaubte man auch noch an einen Satzausgleich, zumal bis zum 12:12 das Spielgeschehen hin- und herwogte. Doch eine starke Aufschlagserie der Ex-Suhlerin Mareike Hindriksen sowie ein starkes Block- und Feldabwehrverhalten der USC-Damen, wie im gesamten Spielverlauf, brachte die Vorentscheidung bei der 17:12-Führung. Die VfB-Spielerinnen kämpften zwar, aber der 5-Punkte-Rückstand war am Ende eine zu große Hypothek. Mit 20:25 verlor man diesen vierten Satz sowie damit das spannende und unterhaltsame, weil von vielen langen Ballwechseln geprägte Spiel.

Für die Suhlerinnen bleibt dabei erneut die Erkenntnis, dass man nur eine Sieg- oder Satzgewinnchance gegen die Topteams hat, wenn alle Spielerinnen gleichzeitig ihr Leistungsniveau voll abrufen und damit auch die Leistungsschwankungen in der Annahme unterbinden und Cleverness im Angriff zeigen können. Denn zu viele tolle Aktionen waren gefolgt von leichten Fehlern. Und in diesem Zusammenhang waren die Gäste, bei denen die bundesligaerfahrene Nadja Schaus einen überzeugenden Auftritt in Zusammenspiel mit Mareike Hindriksen zeigte, einfach einen Tick besser als der Gastgeber und erzwangen teilweise ihr Glück auch mehr.

Als „Sports&Travel“-MVP wurden Lisa Alsmeier (Gold) und Miloslava Lauerova (Silber) geehrt.

Für den VfB Suhl LOTTO Thüringen heißt es am kommenden Wochenende beim wiedererstarkten Dresdner SC anzutreten. Dabei wollen die Spielerinnen aus der „Wintersportregion Thüringer Wald“ als krasser Außenseiter durchaus mit Kampfgeist und vielleicht etwas mehr Glück an Satzgewinnen „kratzen“. Vielleicht gelingt dann ja auch eine „Schlittenpartie“ mit dem DSC-Damen?

Text: UG

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