Wölfe unterliegen nervenstarkem KSC

Die VfB-Damen waren am Mittwochabend gegenüber den bisherigen Heimauftritten kaum wiederzuerkennen. Lag es am neuartigen Erfolgsdruck und der Wichtigkeit dieses Spiels? Die Damen vom Köpenicker SC agierten jedenfalls nahezu fehlerlos, nervenstark und aggressiv von Beginn an. Durch das kompromisslose Aufschlagspiel der Gäste konnte der VfB sein Angriffsspiel nur selten erfolgreich aufziehen. Am Ende des zweiten Satzes gab es die Entscheidung in dieser Partie zugunsten der Gästemannschaft.

Von Beginn an entwickelte sich zunächst ein spannendes Spiel. Im ersten Satz konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Bei den Zwischenständen 7:8, 11:10 und 15:16 hofften die Zuschauer noch auf den Satzgewinn. Doch Köpenick schaffte eine kleine Serie bis zum 16:20, profitierte dabei von einigen Fehlern auf Suhler Seite und brachte diesen Vorsprung nervenstark zum 25:20 über die Runden.

Blitzstart für die Gäste in den zweiten Satz, als Köpenick mit 8:3 zur ersten technischen Auszeit führte. Eine starke Aufschlagserie von Sarah Wickstrom und fehlende Konzentration in der VfB-Annahme führten zu dieser deutlichen Führung. Doch nach einer emotionalen Ansprache von Han Abbing an seine Schützlinge drehten die Suhler Damen endlich auf, schafften beim 9:9 den Ausgleich. Nach einer starken Aufschlagserie von Veronika Hroncekova führte der VfB sogar mit 21:17. Köpenick ließ sich aber nicht abschütteln und Suhl zeigte trotz zweier Satzbälle ab 24:22 Nerven, denn die VfB-Angreiferinnen scheiterten gleich dreimal an der Berliner Blockmauer. Durch einen Angriffs ins Aus kassierten die Südthüringerinnen den 0:2-Satzrückstand, anstatt den Ausgleich herzustellen – der Knackpunkt des Abends.

An eine Wende im Spiel, wie gegen Potsdam, glaubte wohl kaum einer der Fans in der Suhler „Wolfsgrube“. Zu nervös agierten die VfB-Damen größtenteils im Spielverlauf und da sich auch bei den Suhler Leistungsträgern der vergangenen Spiele immer wieder Fehler einschlichen, kam, was kommen musste bzw. zu erwarten war. Die Köpenickerinnen, die bereits bei ihren Auswärtsauftritten in Dresden, Schwerin jeweils einen Satz gewannen und zuletzt in Vilsbiburg ebenfalls stark begannen, fanden recht schnell ihren Rhythmus auch im dritten Satz. In der Feldabwehr kratzten sie selbst unmögliche Bälle noch hervor und mit dem sicheren Auswärtspunkt im Hinterkopf agierten die Rieke-Schützlinge in allen Elementen fehlerloser. Über die Stationen 8:4, 16:9 und 20:11 gab es keinen Zweifel mehr am 3:0-Erfolg für die Gäste.

Für die VfB-Spielerinnen war es leider ein „gebrauchter Abend“ – Mittelblockerin Veronika Hroncekova ragte noch aus einer recht ungewohnten, nervösen Mannschaftsleistung etwas heraus und wurde silberne „Sports & Travel“-MVP. Auf Berliner Seite bekam zu Recht Sarah Wickstrom die goldene MVP-Auszeichnung.

Für die stimmungsvollen „Wölfe-Fans“ half an diesem Mittwochabend wohl nur noch ein tröstender Glühwein auf dem „Sühler Chrisamelmart“.

Auf ein Neues geht es am Samstag ab 18:00 Uhr in die stimmungsvolle Suhler „Wolfsgrube“ – getreu dem Motto „Neues Spiel – neues Glück“.
Gegen den 1. VC Wiesbaden ist der VfB Suhl von vornherein wieder Außenseiter. Bisher lag den VfB-Damen diese Rolle besser – vielleicht auch diesmal, im letzten Bundesliga-Heimspiel des Jahres 2016.

Zuschauer: 600

„Sports & Travel“-MVPs: Sarah Wickstrom (KSC – Gold), Veronika Hroncekova (VfB – Silber)

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